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Internationale Zusammenarbeit des Landes
Das Hauptziel der internationalen Zusammenarbeit des Landes ist es, einen Beitrag zur Reduzierung von Armut und einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im Globalen Süden zu leisten. Das Landesgesetz Nr. 5/1991 besagt, dass Projekte und Programme der internationalen Zusammenarbeit in jenen Ländern umgesetzt werden können, die in der Liste des DAC (Development Assistance Committee) (externer Link) - dem Ausschuss für Entwicklungshilfe der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) - eingetragen sind. Projekte zum Schutz sprachlicher und kultureller Minderheiten können auch in Ländern, die nicht in der Liste angeführt sind, ausgeführt werden.
Gesetzliche Bestimmungen
Die Details zur internationalen Zusammenarbeit des Landes sind in folgenden Dokumenten festgelegt:
- Landesgesetz Nr. 5/1991 „Förderung der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Solidaritäts- und Friedensbestrebungen“ (externer Link)
- Beschluss der Südtiroler Landesregierung 1275 vom 10.11.2015 "Kriterien für die finanzielle Unterstützung von Organisationen für Projekte zur Entwicklungszusammenarbeit sowie für Vorhaben zum Schutz sprachlicher und kultureller Minderheiten"
- Beschluss der Südtiroler Landesregierung 1275 vom 10.11.2015 "Kriterien für die finanzielle Unterstützung von Organisationen für Projekte der Bewusstseinsbildung und des globalen Lernens"
- Beschluss der Südtiroler Landesregierung 1438 vom 26.09.2011 "Kriterien für die Finanzierung direkter Maßnahmen des Landes im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Solidaritäts- und Friedensbestrebungen"
Jahresprogramm
Die Landesregierung legt jährlich das Jahresprogramm der internationalen Zusammenarbeit fest. Dieses Programm stellt die geplanten Projekte für das jeweilige Jahr vor und definiert die dafür notwendigen finanziellen Mittel.
60 Prozent der von der Provinz bereitgestellten Gelder sind für Projekte von Südtiroler Organisationen bestimmt. Diese Organisationen sind in Afrika, dem Nahen Osten, Asien, Lateinamerika und Osteuropa aktiv. Die Projekte sind meist klein, können sich über ein oder mehrere Jahre erstrecken und haben das Ziel, Verbesserungen in Bereichen wie Bildung, Wasserversorgung, fairer Handel, Gesundheit, Umweltschutz und erneuerbare Energien zu erreichen. Rund 15 Prozent des Budgets sind für Bildungs- und Bewusstseinsförderungsprojekte im eigenen Land vorgesehen, die ebenfalls von Südtiroler Organisationen durchgeführt werden. Die verbleibenden 25 Prozent des Budgets fließen in Programme, die vom Land mit Partnern vor Ort umgesetzt werden, oft in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Ein Beispiel hierfür ist die Zusammenarbeit zwischen der Euregio und den Distrikten im Grenzgebiet Uganda-Tansania.
Bei Naturkatastrophen, Krisen, Hungersnöten oder in instabilen Post-Konflikt-Regionen leistet Südtirol schnelle Hilfe. Die Mittel für solche Einsätze stammen aus dem Reservefonds des Landeshaushalts und sind für Notfallmaßnahmen und den Wiederaufbau bestimmt.
Die Ziele Südtirols im Bereich internationale Zusammenarbeit richten sich nach der Agenda 2030 und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die im September 2015 von den Vereinten Nationen in New York festgelegt wurden. Diese Ziele verpflichten alle Länder zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Entwicklung, die auf die Reduzierung von Armut, die Verringerung von Ungleichheit, die Sicherstellung von Menschenrechten, die präventive Konfliktvermeidung und die Unterstützung von Friedensprozessen abzielt.
Projekttypologien
Das Amt für Freiwilligenwesen und Solidarität finanziert Projekte von Südtiroler Organisationen, die im Bereich der internationalen Zusammenarbeit und des globalen Lernens tätig sind, koordiniert direkte Programme und Projekte und wird in Notstandssituationen aktiv.
Indirekte Projekte
Das Amt für Freiwilligenwesen und Solidarität unterstützt Projekte von Vereinen und ehrenamtlichen Organisationen in den Bereichen internationale Zusammenarbeit sowie Bewusstseinsbildung und globales Lernen. Zur Umsetzung solcher Projekte kofinanziert das Land bis zu 70% der Kosten.
Direkte Projekte
Direkte Projekte und Programme werden vom Amt für Freiwilligenwesen und Solidarität selbstständig koordiniert und ausgeführt. Es handelt sich um Initiativen, die in Zusammenarbeit zwischen dem Land Südtirol und gleichrangigen Behörden oder Institutionen des Empfängerlandes durchgeführt werden. Sie erstrecken sich normalerweise über mehrere Jahre, beinhalten verschiedene Initiativen und werden in enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und Institutionen realisiert, um die allgemeine Entwicklung einer Region im Einklang mit den lokalen Entwicklungsprogrammen zu fördern.
Es handelt sich vor allem um jene Bereiche, in denen das Land Südtirol besondere Fachkompetenzen vorweisen kann (Katastrophenschutz, Berufsausbildung, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, Fairer Handel, Umwelt, erneuerbare Energien, Gesundheit).
Ein Beispiel von dezentraler Entwicklungszusammenarbeit ist das grenzüberschreitende Programm der Euregio in Uganda und Tansania. Dabei arbeiten die drei Landesregierungen von Bozen, Innsbruck und Trient, die lokalen Behörden und die Bevölkerung der grenzüberschreitenden Region zwischen Uganda und Tansania an einem gemeinsamen Projekt, das die Entwicklung der Landwirtschaft und den Umweltschutz unterstützt.
Notstandsmaßnahmen
Das Ziel von Notstandsmaßnahmen und humanitärer Hilfe ist es, schnelle und effiziente Unterstützung in Gebieten, die von Katastrophen oder Konflikten betroffen sind, zu leisten. Viele Projekte, die das Land durch Mittel aus dem Reservefond mitfinanziert, werden in Zusammenarbeit mit nationalen oder internationalen Institutionen initiiert und umgesetzt.
Letzte Aktualisierung: 04/02/2026